ZWIEBEL

ZWIEBEL

Allium cepa, so der botanische Name der Küchenzwiebel, ist seit dem Altertum bekannt. In der Vergangenheit genoss sie großes Ansehen aufgrund ihrer Nährwerteigenschaften und Heilkräfte. Die Zwiebel galt in Ägypten, China, Ostasien und auch in Kleinasien als heilige Pflanze. So sollen Zwiebeln ein Grundnahrungsmittel der Arbeiter gewesen sein, die die Pyramiden in Ägypten bauten. Sie waren auch wichtiger Bestandteil der etruskischen und römischen Küche und Grundnahrungsmittel im Mittelalter. Heute ist dieses Gemüse in fast allen Küchen der Welt gegenwärtig. In Amerika wurde die Zwiebel durch Christoph Kolumbus eingeführt und ist in Form der eigenartigen onion rings, der gebratenen Zwiebelringe, Bestandteil der amerikanischen Fast-Food; in Frankreich ist vor allem die Zwiebelsuppe beliebt und in Italien wird die Zwiebel geröstet als Grundlage für viele Gerichte verwendet.
Aus ernährungsphysiologischer und gesundheitlicher Sicht hat die Zwiebel dank ihrer Mineralsalze wie Natrium, Eisen, Kalium, Schwefel, Jod, Silizium und Vitamine (besonders reich an Vitamin C, A, E und B-Komplex) einen bemerkenswerten Nährwert. Die Pharmakologie schreibt Zwiebeln eine milde diuretische und Nieren reinigende Wirkung, eine leichte Wirkung bei der Vorbeugung von Arteriosklerose und außerdem auch eine antibakterielle Wirkung zu. Bei empfindlichen Personen verlangsamt sie die Verdauungsprozesse und erhöht den Säuregehalt im Magen. Schließlich hat die Zwiebel aufgrund der vorhandenen Sulfoxide Tränen erzeugende Eigenschaften. Diese Stoffe erzeugen beim Schneiden der Knollen eine flüchtige Substanz, die bei Kontakt mit den Augen Schwefelsäure erzeugt und, wenn auch sehr schwach, das Brennen und Tränen der Augen verursacht.

KULTIVIERUNG

Es gibt zwei Arten von Zwiebeln: die lagerfähige Zwiebel und die für den frischen Verzehr. Erstere kann nach Ernte und Trocknung aufbewahrt und mit der Zeit verwendet werden. Sie wird im Frühjahr gepflanzt und nach einem Zeitraum der Kultivierung, der vom Umpflanzen bis zur Ernte je nach Sorte 60 - 90 Tage dauern kann, im Sommer geerntet. Eine gute Kultivierung kann 2 bis 5 kg/m² Zwiebeln ergeben und für diese Produktion sollte eine ausreichende Versorgung mit Düngemitteln bereitstehen. Grundlegend wichtig ist die Zufuhr von organischem Dünger in der Menge von 2-3 kg/m², dem weitere 30 - 40 g/m² Kaliumsulfat und dieselbe Menge Mineral-Superphosphat bzw. 60 g eines Mehrnährstoffdüngers des Typs 11/22/16 hinzugefügt werden sollen. An der Oberfläche können fraktioniert zwei oder drei Behandlungen mit 10 g/m² Kalziumnitrat pro Mal durchgeführt werden. Aufgrund des starken Wachstums von Unkraut sollte der Boden oft aufgelockert oder aber auf gemulchtem Boden (mit schwarzem Kunststoff abgedeckt) umgepflanzt werden. Die Pflanzabstände für Zwiebeln mittlerer Größe können 15-20 cm zwischen den Reihen und 15 cm in der Reihe betragen, was einer durchschnittlichen Verwendung von etwa 30 bis 40 Pflanzen pro Quadratmeter entspricht. Geerntet wird, wenn die Blätter zu trocknen beginnen; nach der Extraktion aus dem Boden, empfiehlt es sich, die Zwiebeln einige Tage in der Sonne trocknen zu lassen, bevor sie gelagert werden.

SCHÄDLINGE

Zu den wichtigsten Pilz-Parasiten der Zwiebel, und insbesondere deren Luft-Apparat, zählen der Falsche Mehltau (Peronospora schleideni) und Rost (Puccinia spp.). Ersterer verursacht nekrotische Flecken, während Rost für gelbliche oder rötliche Flecken verantwortlich ist. Beide können durch Besprühen mit Kupfer unter Kontrolle gehalten werden. Was die Knolle und den Wurzelapparat angeht, sind als Schädlinge Fusarium (Fusarium oxysporum f. sp Cepae) und Grauschimmel (Botrytis Allii) zu nennen; beide Pilze breiten sich im feuchten und infizierten Boden aus. Um ihnen Einhalt zu gebieten, wird geraten, die Zwiebeln nicht dort zu pflanzen, wo im Jahr davor bereits Knollengewächse gepflanzt waren, und den Boden frei von Staunässe zu halten. Unter den Insekten ist die Fliege (Delia antiqua) besonders schädlich, deren Larve zwischen dem Wurzelhals und der Knolle in das Gewebe der Pflanze eindringt; da die Insekten im Boden überwintern und bei der ersten Frühlingswärme entpuppen, können durch etwas spätere Umpflanzungen zumindest die ersten Angriffe vermieden werden.