KOHL

KOHL

Die botanische Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) umfasst eine beachtliche Anzahl verschiedener Arten, die sämtlich für den menschlichen Verzehr sehr interessant sind. Alle Teile der Pflanze sind der Rohstoff für zahlreiche kulinarische Zubereitungen. Bei Blumenkohl (Brassica oleracea L. var. botrytis), Brokkoli (Brassica oleracea L. var. italica), "toskanischem Kohl" (Brassica oleracea L. var. acephala) und Stängelkohl (Brassica rapa subsp. sylvestris var. esculenta) ist der Teil, der für die Nahrung genutzt wird, der noch unreife Blütenstand. Bei Wirsingkohl (Brassica oleracea L. var. savoy L.), Weißkohl (Brassica oleracea L. var. capitata), Chinakohl (Brassica oleracea L. var. chinensis) und Rosenkohl (Brassica oleracea L. var. gemmifera) besteht der essbare Teil in den Blättern der Knospe. Schließlich wird beim Kohlrabi (Brassica oleracea L. var. gongylodes) der dicke Teil des Stängels, der in einer großen Knolle endet, verwendet. Die verschiedenen Arten von Kohl fanden seit der Antike Verwendung, der Mensch soll sie sogar seit mindestens 6000 Jahren nutzen. Historische Aufzeichnungen belegen eindeutig, dass diese Pflanze bereits an den Tischen der Ägypter, Griechen und Römer verzehrt wurde. Die Bewohner des antiken Rom verwendeten Kohl als Rohkost vor ihren üppigen Banketten oder als Heilmittel für diverse Krankheiten. Im 16. Jahrhundert wurde er als Abführmittel geführt und hundert Jahre später finden wir ihn von Captain Cook als ein wesentliches Nahrungsmittel für die Besatzungen der Schiffe erwähnt, um die langen Reisen ohne Erkrankungen zu überstehen. Tatsächlich besitzt Kohl auch heute noch große gesundheitsfördernde Eigenschaften: Er enthält insbesondere in den Blättern reichlich Vitamin C und hat entgiftende und wohltuende Wirkung bei Magengeschwüren. Das Vorhandensein von Glukosen scheint eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs zu haben. Kohl ist reich an Vitamin K, Kaliumsalzen, Calcium und Phosphor und beugt somit Osteoporose vor. Der Kaloriengehalt ist für alle Arten von Kohl recht niedrig und liegt bei etwa 20 bis 25 kcal /100 g des frischen Produkts.

KULTIVIERUNG

Kohlköpfe brauchen frische, tiefe Böden, passen sich aber auch nicht idealen Bedingungen an. Sie halten Kälte sehr gut aus (einige Wirsing- und Weißkohlarten halten selbst Temperaturen von -10 ° C stand). Die Kultivierung kann im Frühling-Sommer oder im Sommer-Winter stattfinden. Was die Absorption der Hauptnährstoffe betrifft, absorbiert eine Kohlkultur, die etwa 3 kg pro m² produziert, etwa 30gr/ m² Stickstoff, 10 g Phosphor und 40 g Kalium, in einem Verhältnis von 3:1:4. Bei der Vorbereitung des Bodens sollte eine gute Versorgung mit organischer Substanz bestehend aus 3-5 kg Kompost, dem 80 g/m² Kaliumsulfat, 60 g Superphosphat und 30 g Harnstoff beigemengt werden, gewährleistet sein. An der Oberfläche ein oder zwei Mal mit Stickstoff (20 g Ammoniumnitrat oder 40 g Guano) vorgehen. Die Nitrat-Zufuhr erweist sich auch bei längeren Regenperioden als nützlich, während derer der Boden überschwemmt und damit nicht-nutzbar werden kann. Der Wachstumszyklus ist ziemlich lang und dauert von 90 bis 150 Tage und länger. Die Anbauzeiten sind unterschiedlich, je nach Art und Sorte. Bei jeder Art gibt es frühreife Cultivar, die im Mai umgepflanzt werden, um im Spätsommer geerntet werden zu können, und späte Sorten, die im Juni umgepflanzt werden, um im Winter geerntet zu werden. Was die zeitlichen Abstände beim Umpflanzen betrifft, so ist das beachtliche Wachstum der Pflanzen in Betracht zu ziehen. Generell wird ein Abstand von 70 cm zwischen den Reihen und 50 cm auf der Reihe mit etwa 2 bis 4 Pflanzen pro Quadratmeter empfohlen.

SCHÄDLINGE

Kohl wird von verschiedenen Insektenarten befallen. Beim Umpflanzen gefährden Nacktschnecken und Schnellkäfer (Elateridae) das Pflänzchen. Gegen diese Parasiten können spezielle Giftköder eingesetzt werden. Zum Zeitpunkt der Entwicklung der Pflanze ist der Angriff von Schmetterlingen (Lepidopta) wie dem Kohlkopfschmetterling oder der Kohleule häufig, deren Larven die Blätter annagen. Die Bekämpfung dieser Schädlinge besteht im Besprühen der Pflanzen mit Bacillus thuringiensis, was sich als sehr effektiv gegen die Larven dieser Insekten (aber nicht gegen ihre Eier) erwiesen hat. Ein mögliches Vorgehen besteht darin, wenn es nicht zu heiß ist, die Kultur mit einer Abdeckung aus Vliesstoff vor der Ablagerung von Insekten zu schützen. Zusätzliche Probleme können durch Pilze auftreten. In erster Linie durch Falschen Mehltau und Alternaria, die Flecken auf den Blättern verursachen; zur Bekämpfung dieser Parasiten empfiehlt es sich, vorbeugend und insbesondere, wenn die Temperaturen zu steigen beginnen, mit Kupfer vorzugehen. Behandlungen mit Kupferprodukten tragen auch zur Abwehr von Angriffen durch Bakterien bei.