MANGOLD

MANGOLD

Mangold (Beta vulgaris var. Cycla) gehört zur botanischen Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae). Mangold ist eine in den Küstengebieten des Mittelmeers heimische Pflanze und wird vom Menschen seit der Antike verwendet; sie soll bereits bei den Assyrern acht Jahrhunderte vor Christus bekannt gewesen sein. Die Römer kannten zwei Sorten und rühmten neben der Verwendung in der Küche auch deren Eigenschaften für eine gesundheitsbewusste Ernährung. Laut Plinius, dem Älteren, war Mangold ein ausgezeichnetes Mittel gegen Durchfall und Gelbsucht, und er schrieb der Pflanze auch, mit Linsen zubereitet, eine darmreinigende Wirkung zu. Heute werden zwei Sorten von Mangold angebaut: Rippen-Mangold und Schnitt-Mangold. Es wird auch eine "blutrote" Sorte angebaut, die eine dicke rote Wurzel produziert und deshalb auch als Rote Karotte bezeichnet wird. Die gesunden Eigenschaften von Mangold sind dieselben wie von anderem Blattgemüse: hoher Wassergehalt, kalorienarm (17 kcal/100 g), viel Vitamin A und C und Mineralstoffe, insbesondere Eisen. Es hat abführende, erfrischende und entzündungshemmende Wirkung.

KULTIVIERUNG

Rippen-Mangold wird auf frischen, gut durchlässigen Böden angebaut, die frei von Staunässe sind. Die Pflanze stellt in begrenztem Maß thermische Ansprüche, hält niedrigen Temperaturen - sogar ein oder zwei Grad unter null - stand. Diese Tatsache ermöglicht den Anbau der Pflanze im Winter und in gebirgigen Gebieten, sogar bis zu 1200 Meter Höhe. Sie braucht eine gute Versorgung mit Wasser und organischen Stoffen. Die Düngung sollte für eine Produktion von ca. 3 kg pro Quadratmeter 3kg/m² organischen Kompost zuführen, dem als Düngerbasis 30 g Ammoniumsulfat, 20 g/m² Dreifach-Superphosphat und 20 g/m² Kaliumsulfat beigemengt werden sollten. Darauf werden dann aufgeteilt 20 bis 30 g/m² Kalksalpeter oder Guano verteilt. Die Stickstoffdüngung muss allerdings vorsichtig dosiert werden, da Mangold, wie alle Arten von Blattgemüse, dazu neigt, Nitrate anzusammeln, besonders dann, wenn diese reichlich im Boden vorkommen. In großen Mengen mit der Nahrung aufgenommene Nitrate können sich in gesundheitsschädliche Nitrite verwandeln.
In Süditalien praktiziert man in gemäßigten Klimazonen den Anbau im Herbst-Winter mit Umpflanzungen im September und Ernte von Dezember bis Januar. In Norditalien findet der Anbau im Frühjahr-Sommer statt, mit Umpflanzungen im März und Ernte ab Mai. Die Pflanzabstände betragen zwischen 30 und 40 cm zwischen den Reihen und 20 cm in der Reihe, mit einem Durchschnitt von 15 bis 25 Pflanzen pro Quadratmeter. Beim Schnitt-Mangold können die Abstände viel geringer sein und die Anzahl der Pflanzen pro Quadratmeter kann verdoppelt werden. Schnitt-Mangold kann öfter geerntet werden; dabei sollte auf die Wachstumsknospe auf Bodenhöhe geachtet werden.

SCHÄDLINGE

Erkrankungen, die die Blätter befallen, sind die Blattfleckenkrankheit (Cercospora), Echter Mehltau und bakterielle Erkrankungen. Gegen diese Krankheitserreger wirksam ist die Verwendung von Kupfer oder alternativ dazu, die biologische Bekämpfung mit Pilzen der Gattung Trichoderma. Die Bekämpfung muss aufgrund der kurzen Anbauperiode sehr gewissenhaft durchgeführt werden und auch beim Einsatz von Kupfer sollten die auf dem Etikett angegebenen Karenz-Zeiten respektiert werden.