RADICCHIO

RADICCHIO

Der wissenschaftliche Name des Radicchio ist Cichorium intybus und er gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae/Compositae). Oft wird Radicchio ganz allgemein und bezogen auf die Familie, der die Gewächse angehören, als Zichorie bezeichnet. Dieses Gemüse ist in sehr vielfältigen Formen, die sich durch die Farbe des Blattes (rot, grün oder bunt) und die Form der Pflanze (zum Herzen geschlossene oder rosettenförmig geöffnete Blätter) unterscheiden; es gibt auch einige Sorten, die sich zum Schneiden eignen. Die bekanntesten Formen sind die mit roten Blättern vom Typ Treviso, Verona und Chioggia und die mit bunten Blättern, wie der Castelfranco-Radicchio und sogar solche mit Rosettenform und dunkelgrünen Blättern, wie der Grumolo verde. Radicchio verträgt in der Regel Kälte gut, was bei einigen Sorten dazu beiträgt, dass sich der Kopf schließt und sich das Blätetrherz bildet. Radicchio ist eine ein- oder zweijährige Pflanze, die in der ersten Periode ihrer Entwicklung eine Blattrosette ausbildet und danach einen Stamm, der die Blätter und Blüten trägt. Im Laufe des Anbaus kann bei der Pflanze als Folge von Wasser- oder Hitze-Stress das Phänomen der Vor-Blüte auftreten, die die Pflanze vorzeitig Samen bilden lässt, anstatt ein Herz zu formen.
Die beste Zeit, die Sorten mit rotem Herzen umzupflanzen, ist der Sommer (Juli-August), um im Herbst und Winter ernten zu können; es gibt aber auch Auslese-Sorten, die zu anderen Zeiten angebaut werden können. Eine besondere Form der Kulturpflege ist die des außersaisonalen Anbaus und Bleichens von Radicchio, die darin besteht, die Pflanzen im Freiland zu kultivieren und sie dann bei Winterbeginn mit einem Teil der Wurzel zu ernten und nebeneinander an einem kühlen Ort zu lagern. Dort wächst der innere Teil innerhalb von ca. 10 Tagen und bildet ein Herz mit zarten und knackigen Blättern.
Radicchio hat einen ziemlich niedrigen Nährwert, nur 14 kcal/100g, ist aber eine gute Quelle für Vitamin A, Calcium, Kalium und Eisen und kann bei der Ernährung gut mit Eiweiß (Milchprodukte, Fleisch oder Fisch) oder stärkehaltigen Nahrungsmitteln (Nudeln, Brot, Reis, Kartoffeln) kombiniert werden. Die Bitterstoffe in der Zichorie scheinen verdauungsanregend zu wirken. Ganz allgemein verbessert der Verzehr von Zichorie die Darmtätigkeit, entgiftet und entschlackt.

KULTIVIERUNG

Aufgrund der geringen Größe des Samens und der schwierigen Keimung pflanzt man besser bereits gebildete Keimlinge. Die Pflanzdichte hängt von der Sorte ab, in jedem Fall müssen mindestens 40 cm zwischen den Reihen und 30 cm zwischen den Pflanzen in der Reihe liegen, was einem durchschnittlichen Einsatz von ca. 8-10 Pflanzen pro Quadratmeter entspricht. Der Anbau von Radicchio wird begünstigt durch eine gute Versorgung des Bodens mit organischer Substanz und das Verhältnis der Absorption der Kernelemente (NPK) ist 1:1:2, was bedeutet, dass die Absorption von Kalium doppelt so groß ist wie die von Stickstoff und Phosphor. Sehr wichtig ist jedoch die Präsenz von Stickstoff, durch den das Wachstum des Blattapparats gewährleistet ist, wenngleich dessen Überschuss das Gewebe weich werden lässt und es dadurch anfälliger für Krankheiten macht. Eine Möglichkeit der Düngung könnte zum Zeitpunkt der Vorbereitung des Bodens eine Zufuhr von 6-8 kg/m² Kompost unter Zusatz von 50 g/m² Kaliumsulfat und einer gleichen Menge Superphosphat vorsehen. Danach kann an der Oberfläche, auf 3-4 Applikationen verteilt, Stickstoff-Düngung mit 30 g/m² Kalziumnitrat oder 50 g/m² Guano erfolgen. Im Sommer ist es wichtig, die Kulturen häufig zu gießen, ohne dass die Pflanze Anzeichen von Welke zeigt. Wasser-Stress kann die Pflanze zu verfrühter Blüte bringen. Ebenfalls wichtig ist die Entfernung von Unkraut durch Umgraben oder Pflanzung auf gemulchtem Boden (mit schwarzem Kunststoff abgedeckt). Im letzteren Fall ist es ratsam, unterhalb des Kunststoffs entlang der Reihen perforierte Schläuche anzubringen, die die Pflanzen mit Wasser und Dünger versorgen.

SCHÄDLINGE

Radicchio ist keine besonders krankheitsanfällige Pflanze, allerdings tut ihr zu viel Wasser weder an den Wurzeln noch am Blattwerk gut. Wurzelkrankheiten werden durch Pilze wie Rhizoctonia und Sclerotinia hervorgerufen, was zu Wurzelfäule und dem vollständigen Verwelken der Pflanze führt. Zum Schutz davor kann man vor allem auf vorbeugende Maßnahmen zurückgreifen. In erster Linie sind Staunässe (in Kuppen angelegter Boden) und der Wiederanbau von Radicchio auf demselben Feld zu vermeiden. Blattkrankheiten sind auf Falschen und Echten Mehltau zurückzuführen. Um den Radicchio vor diesen Krankheitserregern zu schützen, genügen vorbeugende Behandlungen mit Produkten auf Kupfer- und Schwefelbasis.