TOMATE

TOMATE

Die Tomate kam nach der Entdeckung Amerikas nach Europa, und zwar wurde sie im Jahr 1544 von den spanischen Truppen des Eroberers Hernán Cortés importiert. Ursprünglich wurde sie als botanische Kuriosität behandelt. Ihre dekorativen Eigenschaften bewirkten, dass es anfangs unter den Adeligen eine nette Geste war, den Damen Tomatenpflanzen als Zeichen der Wertschätzung und Liebe zu überreichen. Im 17. Jahrhundert hingegen wurden der Tomate geheimnisvolle Kräfte als Aphrodisiakum zugeschrieben und sie wurde in Zaubertränken verwendet. Daraus wird verständlich, warum die Tomate in Europa zu jener Zeit mit Namen bezeichnet wurde, die mit der Liebe zu tun hatten: love apple in England, Liebesapfel in Deutschland, pomme d'amour in Frankreich, und pomo-d'oro in Italien.
In der Folgezeit lehnte sich der Name der Pflanze an die von den Eingeborenen verwendete Bezeichnung tomatl (Französisch: tomate, Englisch: tomate, Spanisch: tomate, Deutsch: Tomate) an, außer in Italien. Um die Spuren der Nutzung von Tomaten in der Küche zu finden, muss man das Ende des 18. Jahrhunderts abwarten. Seitdem jedoch verbreitete sich ihre kulinarische Verwendung mit bemerkenswerter Geschwindigkeit. In Italien war die Tomate in Kampanien bald sehr verbreitet, wo Lazzaro Spallanzani bereits 1762 die Konservierungsmethoden katalogisierte.
Vom botanischen Standpunkt aus gehört die Tomate, Solanum lycopersicum, der Ordnung der Nachtschattengewächse (Solanaceae), wie die Kartoffel, die Aubergine und die Paprika, an. In ihrer ursprünglichen Umgebung ist sie eine mehrjährige krautige Pflanze mit strauchigem Wuchs und unbestimmter Wuchsform, die bisweilen Stiele hervorbringt, die eine Länge von mehreren Metern erreichen können. Die Blütentrauben nehmen Ausgang von den Blattachseln, sind Hermaphroditen (männliche und weibliche Organe auf der gleichen Blüte) und gewährleisten eine hohe Dosis von Selbstbestäubung.

KULTIVIERUNG

Die Tomate ist eine Pflanze, die direktes Sonnenlicht liebt, solange das Substrat genug und regelmäßig Wasser bekommt. Bei der Wahl des Standorts der Kultivierung sind allzu windige oder schattige Plätze zu vermeiden. Die Position im Schatten hat eine Verlängerung der Internodien am Stängel und die Entwicklung der Blattoberfläche auf Kosten der Produktion von Früchten zur Folge. Die Tomate ist eine Pflanze mit hohen thermischen Ansprüchen. Frost gegenüber ist sie empfindlich und hat eine thermische Grenze der Vegetation, die bei 10 °C liegt. Die Mindesttemperatur für die Blüte sind 20 °C, während sie für das Wachstum und die Entwicklung der Früchte 25 bis 28 °C nötig hat; das Wachstum wird auch durch eine passable Temperaturschwankung mit 15-18 °C in der Nacht begünstigt. Temperaturen über den genannten Grenzen lassen die Pflanzen zwar wachsen, reduzieren aber die Produktion von Früchten (geringes Fruchtsetzen, niedrige Qualität der Früchte). Mit diesen Ansprüchen im Hinblick auf Temperatur müssen Tomaten im mediterranen Klima im Frühling und Sommer angebaut werden; sie können aber trotzdem das ganze Jahr über in Gewächshäusern angebaut werden, da sie der Photoperiode gegenüber unempfindlich sind.
Die Techniken zur Erleichterung der Bestäubung der Tomaten sind: das Schütteln der Blüten, die Anwesenheit von bestäubenden Insekten (Bienen, Hummeln, etc..) und das Besprühen der Blütenkrone mit destilliertem Wasser. Abzuraten ist davon, die Blüte mit pflanzlichen Hormonen zu besprühen. Die Früchte sind kugelförmige oder längliche Beeren und mehr oder weniger gerippt. Der Anbauzyklus der Tomate vom Umpflanzen bis zur Ernte hängt von den Umgebungsbedingungen und der Sorte ab.
Auf dem Freiland sind im Großen und Ganzen 10 – 12 Wochen vom Einpflanzen bis zur Ernte der ersten Früchte nötig. Die Tomate passt sich vielen Arten von Böden an. Die besten sind aber immer noch die an organischen Stoffen reichen und gut durchlässigen Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 8, die Wasser gut speichern und über Mineralstoffe verfügen.

DÜNGUNG

Eine Tomaten-Kultivierung kann, neben dem ganzen aus Stängeln und Blättern bestehenden Teil der Pflanze, mehr als 8-10 kg/m² Früchte produzieren. Zum "Konstruieren" der gesamten grünen Masse absorbiert die Kultivierung erhebliche Mengen an Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie Spurenelemente. Den Tabellen zufolge absorbiert die Kultivierung für diese Produktionsniveaus 270 g/m² N, 100 g/m² P2O5, 460 g/ m² K2O. Um diese Absorptionen zu bewältigen, wird empfohlen, zum Zeitpunkt der Vorbereitung des Bodens 8 kg/m² Gülle oder 3 kg/m² organischem Kompost zuzuführen, dem etwa 30g/m² Kaliumsulfat und 20 g/m² Dreifach-Superphosphat (46-48) beigemischt sind. Danach werden an der Oberfläche circa 50g/m² Kalziumnitrat oder Ammoniumsulfat zugeführt, aufgeteilt in 3 - 4 Dosierungen in einem Abstand von 2-3 Wochen dazwischen.

UMPFLANZUNGEN UND ABSTÄNDE

Angesichts der Notwendigkeit, dass in unmittelbarer Umgebung der Pflanze keine Staunässe auftauchen darf, wird empfohlen, möglichst auf in Kuppen angelegtem Boden anzupflanzen. Auf diesen Kuppen können die Pflanzen in Doppelreihen gesetzt werden, und zwar mit einem Abstand von 30 cm zwischen den Reihen und 25 bis 35 cm zwischen den Pflanzen auf der Reihe, während der Abstand zwischen den Zentren der Doppelreihen 120 cm betragen kann. Auf diese Weise erzielt man eine durchschnittliche Pflanzdichte von 6-10 Pflanzen pro Quadratmeter.