HONIGMELONE

HONIGMELONE

Die Ursprünge der Honigmelone sind nach Meinung einiger in Afrika zu suchen, anderen zufolge soll sie aus Persien kommen. Wie dem auch sei, die Honigmelone war bereits im alten Ägypten bekannt und wurde dort auch verwendet, war später in griechisch-christlicher Zeit auch im Römischen Reich verbreitet. Über viele Jahrhunderte hinweg muss die Melone jedoch nicht den süßen Geschmack gehabt haben, wie wir ihn heute kennen und wurde denn auch als Salat angemacht und gegessen; Plinius (1. Jahrhundert n. Chr.) stellt sie in seinem Buch Naturalis Historia geschmacklich der Gurke gleich. Die süße und aromatische Melone scheint hingegen im 15. Jahrhundert durch Missionare, die aus dem fernen Asien zurückgekehrt waren, nach Italien, und genauer ins Schloss Cantalupo vor den Toren Roms gelangt zu sein. Die Melone ist eine krautige Kletterpflanze, gehört – wie der Kürbis und die Gurke - der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) an. Sie ist einhäusig, d.h. auf der gleichen Pflanze, auf den Blattachseln, trägt sie getrennt männliche und weibliche Blüten. Aus diesem Grund findet hier vorwiegend Fremdbestäubung statt und dazu sind Bestäuber-Insekten (Bienen, Hummeln) nötig, die den Pollen von den männlichen Blüten zu den weiblichen transportieren. Es gilt als sicher, dass die Qualität des Produktes (Süße und Größe) eng mit einer guten, gegenseitigen Befruchtung zusammenhängen. Die Pflanze leidet sehr unter der "Müdigkeit" des Bodens, so ist zu vermeiden, die Melone über mehrere Jahre hinweg auf derselben Parzelle zu pflanzen, da ansonsten ein schwerer Schädlingsbefall der Wurzeln (Fusarium) als Ergebnis auftreten kann. Um dieses Problem zu vermeiden, sind seit einiger Zeit auf Kürbis gepropfte Melonenpflänzchen auf dem Markt, die angesichts der hervorragenden Resistenz gegen Krankheiten, das Problem des Wiederbepflanzens (auf demselben Boden pflanzen) nicht kennen. Die Honigmelonen-Arten sind in zwei Hauptgruppen unterteilt: die "inodorus", d.h. die "Winter"-Melone und die Netz- oder glatte Sommer-Melone. Die erste wird nicht so sehr wegen des Kultivierungszeitraums – der auf den Sommer fällt -, sondern aufgrund der langen Haltbarkeit als Wintermelone bezeichnet, die einen Verzehr bis in den späten Winter hinein möglich macht. Die süße Sommer-Melone reift schneller und ist sehr aromatisch. Was das Aussehen der Sommer-Melonen angeht, so unterscheidet man zwischen glatten und Netz-Sorten; beide können sehr süß und auch sehr aromatisch sein. Heute ist der Unterschied zwischen Winter- und Sommer-Melonen weniger bestimmt, denn im Handel sind hybride "Sommer"-Melonen, die Eigenschaften der "Winter"-Melone haben, also weniger aromatisch sind (um zu verhindern, dass sie ihr Aroma im Kühlschrank auf die anderen Lebensmittel übertragen), eine gute Lagerfähigkeit und süßes, knackiges Fruchtfleisch noch vor der vollständigen Reife haben.

KULTIVIERUNG

Auch bei der Kultivierung von Honigmelonen ist es besser, vom Setzling auszugehen, der dann gepflanzt werden kann, wenn die Temperaturen nicht mehr unter 10 °C sinken. Die Melone wächst nämlich gut bei Lufttemperaturen von 25/30 °C im Wechsel mit Nachttemperaturen von 15/18 °C. Von grundlegender Bedeutung ist, zu wissen, dass die Melone auch von ziemlich hohen Bodentemperaturen um die 15 °C profitiert. Die Produktion einer Melonenkultur kann leicht 6 kg/m² übersteigen, daher erfordert diese Pflanze eine gute Düngung mit einem Verhältnis der Hauptnährstoffe (N, P, K) von 1: 0,4: 1,3. Dies deutet auf eine hohe Absorption von Kalium und Stickstoff hin. Letzteres Element muss sehr gewissenhaft verabreicht werden, weil ein Überschuss an Stickstoff-Düngemitteln die Pflanze dazu anregen wird, Blätter und Stängel zu treiben und keine Früchte auszubilden. Die Düngung kann man also mit einer Dosis von 2-3 kg/m² Kompost, 50 g/m² Kaliumsulfat (nie Chlorid) und 30 g/m² Dreifach-Phosphat durchführen. Während der Kultivierung, aber erst nach dem Fruchtsetzen, wenn die kleinen Früchtchen etwa nussgroß sind, kann man zwei- oder dreimal Stickstoff in Form von Kaliumnitrat oder Guano geben. Der Sommerschnitt wird notwendig, wenn die Melone dazu neigt, schnell viele Äste und Blätter zu bilden. In diesem Fall kann man eingreifen, indem man die Zweige auf 5-7 Blätter nach den Früchten zurückschneidet. Die Nebenzweige können auch nach 3-4 Blättern zurückgeschnitten werden.

SCHÄDLINGE

Die meisten Krankheiten der Honigmelone werden von Pilzen der Gattung Fusarium verursacht, die vom Wurzelapparat oder vom Wurzelhals her in die Pflanze eindringen und die Lymphgefäße verstopfen, was zum Absterben der Pflanze führt. Um dieses Problem auszuschließen, sollte eine Neubepflanzung mit Melonen auf dem Grundstück vermieden werden, wo in den vergangenen Jahren bereits Kürbisgewächse kultiviert wurden, oder aber man kann auf Pflanzen zurückgreifen, die auf Kürbissen veredelt wurden, die gegenüber dem Pilz sehr widerstandsfähig sind. Das Blattwerk kann von Echtem Mehltau, Falschem Mehltau (Pseudoperonospora cubensis), dem Cladosporium-Schimmelpilz und Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) befallen werden. Diese Pilz-Parasiten können mit Behandlungen mit Produkten auf Kupfer- und Schwefel-Basis bekämpft werden. Spezifischere Eingriffe können mit Vorsicht mit speziellen Chemikalien unter strenger Aufsicht eines qualifizierten Fachmanns vorgenommen werden. Was Insekten anbelangt, so gibt es häufig Angriffe durch Blattläuse, die sich leicht durch Besprühen mit natürlichen Pyrethroiden eindämmen lassen; dabei ist darauf zu achten, dass nicht während der Blüte behandelt wird, um keine bestäubenden Insekten zu treffen. Ein letzter Hinweis betrifft Angriffe durch die Rote Spinne, die sich durch feine Spinnweben auf der Pflanzenspitze und unter den Blättern bemerkbar macht. Dem kann mit dem Einsatz der Raubmilbe (Phytoseiulus persimilis) begegnet werden, die sogar sieben erwachsene weibliche Spinnmilben pro Tag frisst!

ERNTE

Die Ernte der glatten und rauen, aromatischen (traditionellen) Sommersorten findet zu dem Zeitpunkt statt, in dem sich der Stängel von der Frucht ablöst. Bei den moderneren, weniger aromatischen Sorten wird geerntet, wenn die äußere Farbe der Frucht von Grün zum Gelblichen überzugehen beginnt.