AUBERGINE

AUBERGINE

Der wissenschaftliche Name der Pflanze ist Solanum melongena, und sie gehört zur gleichen Familie wie die Tomate. Das Ursprungsgebiet, nimmt man an, ist Asien und dort genauer das heutige Indien und China. Den Arabern soll es zu verdanken sein, dass sie nach Europa gelangte, wo sie erst in Spanien und später in Italien Fuß fasste; hier ist sie auch seit dem 15. Jahrhundert belegt, doch verbreitete sich die Verwendung am Herd in Italien erst ab dem 18. Jahrhundert. Der Name stammt vom arabischen "badingian", dem in Italien das Präfix "melo" (Apfel) vorangestellt und so zum "Melo-badingian" wurde, aus dem das italienische Wort melanzana, Aubergine, entstand. In anderen Teilen Italiens wurde das Präfix "melo" durch "Petro" ersetzt; aus diesem Grund findet man bis ins 19. Jahrhundert hinein in Texten den Begriff "petronciani". Die Pflanze hat strauchigen Wuchs mit kleinen Stacheln an den Blättern, die mit feinen Härchen bedeckt sind. Die Blüten sind lila und zweigeschlechtlich. Sie bestäubt sich selbst und hat auch eine gute Wahrscheinlichkeit für Fremdbestäubung. Die Aubergine ist trotz ihres geringem Nährwerts (nur 18 Kcal/100 g) wegen ihres Sättigungsvermögens durch die vielen Ballaststoffe eine der für Diäten bestens geeigneten Gemüsearten; allerdings sollte sie in diesem Fall ohne tierisches oder pflanzliches Fett zubereitet werden.

KULTIVIERUNG

Die Keimung ist ziemlich langsam, erfordert 10-14 Tage bei Temperaturen von 25 °C, aus diesem Grund ist es ratsam, die Kultivierung mit Pflänzchen zu beginnen, die bereits 3-4 Blätter haben. Der Kultivierungszeitraum erstreckt sich von Frühling bis Sommer, da in diesem Zeitraum die biologische Mindesttemperatur bei 9-10 °C und die Höchsttemperatur bei 30-32 °C liegt. Die Auberginenpflanze übersteht besser als andere Nachtschattengewächse (Solanaceae) Zeiten mit Wasserstress, doch wird für eine gute Produktion sowohl in Bezug auf Quantität als auch Qualität (süßere Früchte) empfohlen, regelmäßig zu wässern. Die Pflanze braucht einen weichen, gut durchlässigen Boden ohne Staunässe. Es ist vorteilhafter – auch für die Auberginenpflänzchen – auf in Kuppen angelegten Beeten umzupflanzen. Die Pflanzdichte beträgt 3-4 Pflanzen pro Quadratmeter. Trotz ihres robusten Stiels und einem aufrechten Wuchs tut man gut daran, die Pflanze abzustützen, da das erhebliche Gewicht der Früchte ein Abknicken derselben verursachen kann.

DÜNGUNG

Bei der Düngung der Aubergine ist die erhebliche Absorption von Stickstoff und Kalium zu berücksichtigen. Das Verhältnis der Absorption der Hauptnährstoffe (N, P, K) ist 1:0,4:2,3. In diesem Sinne sollte ein guter Dünger zum Zeitpunkt der Einpflanzung eine Zufuhr von etwa 1-3 kg/m² organischem Kompost vorsehen, dem 30 g/m² Dreifach-Superphosphat und 50 g Kaliumsulfat beigefügt werden. An der Oberfläche sollte während der Kultivierung auf drei Mal aufgeteilt ca. 150g Ammoniumnitrat verabreicht werden. Wer eine biologische Kultivierung vorzieht, sollte nur Kompost verwenden und die Quantität verdoppeln und an der Oberfläche in drei Gaben natürlichen Guano von etwa 100 g/m² pro Mal zufügen; dabei ist darauf zu achten, den Guano nicht auf den Blättern zu verstreuen und nach der Düngung zu gießen.

SCHÄDLINGE

Zu den Hauptkrankheiten, die Auberginen befallen können, zählen die durch den Verticillium-Pilz ausgelöste Verticillium-Welke, die verschiedene Teile der Pflanze angreifen kann, Echter Mehltau, der vor allem die Blätter befällt und die Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea), die die Blüten und Früchte angreift. Zur Vorbeugung vor diesen Krankheiten sind auf jeden Fall Ansammlungen von Feuchtigkeit sowohl im Boden als auch auf dem Blattwerk zu vermeiden (in den frühen Morgenstunden und nicht abends gießen); außerdem kann präventiv mit Kupfer-Behandlungen gegen Welke und Grauschimmelbefall und mit Schwefel gegen Echten Mehltau vorgegangen werden. Was die Insekten angeht, so können die Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum) und Lepidoptera (Heliothis armigera und Spodoptera littoralis) den größten Schaden anrichten. Gegen Schmetterlinge und Blattläuse erzielt man sehr gute Ergebnisse mit der Verwendung von synthetischen Pyrethroiden oder Lockstoffen, gegen Blattläuse haben sich Biozid-Behandlungen mit Bacillus thuringiensis und Pheromon-Fallen als sehr effektiv erwiesen. Geerntet wird ca. 30 Tage nach dem Fruchtsetzen, wenn die Frucht noch unreif ist (im reifen Zustand wird sie gelblich). Zum Ernten der Auberginen benutzt man am besten ein Messer, um den Stängel einzuschneiden und ein Paar Handschuhe zum Schutz vor den Stacheln. Wenn die Pflanze gesund bleibt, dauert die Produktion den ganzen Sommer über. Erreicht die Pflanze während der Kultivierung zu große Ausmaße (sie kann über einen Meter groß werden), kann sie zurückgeschnitten werden und wird dann nach einer gehaltvollen Stickstoff-Phosphor-Düngung viele neue Früchte treiben.