FENCHEL

FENCHEL

Der botanische Name des Fenchel ist Foeniculum sativum. Diese Bezeichnung leitet sich aus dem Lateinischen ab und kommt vom Duft nach Heu, den diese Pflanze ausströmt. Fenchel ist ein typisch südeuropäisches Gemüse und war bereits bei Griechen und Römern hauptsächlich als Heilpflanze bekannt und als solche bis ins 17. Jahrhundert benutzt worden. In diese Zeit fallen dann historische Zeugnisse für eine kulinarische Verwendung von Fenchel in der Gegend um Florenz. Heute wird er hauptsächlich in Italien, Frankreich und England verwendet, während er in anderen Ländern weniger gefragt ist. Die therapeutischen Eigenschaften sind vor allem mit den Wurzeln und Samen verknüpft. So gewinnt man aus den Samen Anethol, eine Essenz, die verdauungsfördernde, harntreibende, Blähungen entgegenwirkende und schleimlösende Eigenschaften und nicht zuletzt auch antimikrobielle Wirkung hat.

KULTIVIERUNG

Der Anbau besteht im Umpflanzen des Gewächses in eine einige Zentimeter tiefe Furche. Dies ermöglicht es, das Anhäufeln zu dem Zeitpunkt durchzuführen, wenn das Herz die Verdickung ausbildet, um es vor der Sonneneinstrahlung zu schützen und damit das Bleichen zu ermöglichen (bei modernen Sorten ist diese Vorgehensweise nicht mehr unverzichtbar, da auch die dem Sonnenlicht ausgesetzten Kerne weiß und zart bleiben). Bei der Düngung ist zu berücksichtigen, dass das Verhältnis der Absorption von NPK aus der Erde 6:1:7 ist, mit einem deutlichen Übergewicht an Stickstoff und Kalium. Ein guter Dünger für die Produktion von 3 kg/m² kann somit enthalten: 3 kg/m² organischen Kompost, 30 g Ammoniumnitrat (teils für die Bodenvorbereitung und teils für die Oberfläche), 50 g/m² Superphosphat und 50 g/m² Kaliumsulfat. In Norditalien dauert die Umpflanzzeit von Ende Juli bis Mitte August für Ernten vor der kalten Jahreszeit (nicht frostbeständig). Es ist auch ein Anbau im Frühjahr-Sommer möglich; dazu wird im April umgepflanzt und im Juli geerntet. Die Pflanzdichte ist 9 -10 Pflanzen pro Quadratmeter, mit einem Abstand von 40 cm zwischen den Reihen und 20 cm zwischen den Pflanzen in der Reihe. Die Ernte erfolgt zu dem Zeitpunkt, wenn das Herz die maximale Größe erreicht hat; sie wird manuell durchgeführt, indem die Wurzel und ein Teil der Blätter abgeschnitten werden. In der Regel bildet nur ein begrenzter Prozentsatz der Pflanzen ein kleineres Herz: Diese werden dann "Fenchelchen" genannt. Diese Tendenz ist eine genetisch bedingte Tatsache, deren Ursache nur zu einem ganz geringen Teil in eventuell erlittenem Stress während der Kultivierung zu suchen ist.

SCHÄDLINGE

Unter den Insekten, deren Angriffe besonders schädlich sind, sind Blattläuse, Käfer und die Europäische Maulwurfsgrille zu nennen. Erstere sind mit Verbindungen von natürlichem Pyrethrum zu bekämpfen, während man gegen die anderen mit vergifteten Ködern oder die Ernte von Hand vorgehen kann. Im Hinblick auf Pilzkrankheiten ist Mehltau besonders schädlich; dieser kann mit Sprays, die Schwefel und Sklerotika enthalten, bekämpft werden. Diese Erkrankung kann eingeschränkt werden, indem man in gesundem Boden pflanzt, der vorher nicht für denselben Anbau verwendet wurde.