WASSERMELONE

WASSERMELONE

Wassermelone ist der landläufige Name von Cucurbita Citrullus, ein in Zentralafrika heimisches Kürbisgewächs (Cucurbitaceae), wo es noch einige Arten in freier Wildbahn gibt. Bereits vor 5000 Jahren in Ägypten bekannt, wo die Pflanze auch in Hieroglyphen dargestellt ist, kam sie in der Zeit des 12.-13. Jahrhunderts im Zuge der Mauren-Invasionen nach Europa. Die Pflanze ist eine sehr produktiv und bringt Früchte hervor, die auch ein Gewicht von 20 kg erreichen können; die Produktion kann 10 kg pro Quadratmeter überschreiten. Wassermelonen sind äußerst reich an Wasser und Zucker, obgleich sie einen ganz geringen Nährwert (nur 15-26 kcal/100 g) haben. Das bedeutet, dass der Verzehr von einem Kilo Wassermelone der Energiezufuhr von zwei harten Eiern entspricht. Wassermelonen sind Früchte, die den Sommer symbolisieren und so konzentriert sich die Produktion auf die Monate Juli und August. Die optimale Temperatur für ihr Wachstum liegt bei circa 30 °C. Die Pflanze hat einen kriechenden Wuchs und gelappte, dicht behaarte Blätter und Stängel. Die derzeit im Handel erhältlichen Sorten unterscheiden sich durch die - runde oder längliche – Form, durch die Größe - groß oder klein (Baby-Wassermelonen) -, die Farbe ihrer Schale - gestreift oder einheitlich dunkelgrün -, die Farbe des Fruchtfleisches - rot oder gelb - und schließlich durch das Vorhandensein oder Fehlen von Kernen: normale oder kernlose Wassermelonen. Die Wassermelone ist, wie die Honigmelone, eine einhäusige Pflanze, d.h. sie trägt männliche und weibliche Blüten getrennt auf der gleichen Pflanze. Für die Bestäubung sind bestäubende Insekten notwendig.

KULTIVIERUNG

Für die Kultivierung werden Pflänzchen mit 3-4 Blättern verwendet, die man am besten im hohen Teil des in Kuppen angelegten Bodens mit einer Pflanzdichte von 0,5 bis 1 Pflanze pro Quadratmeter einpflanzt. Der Zeitraum der Pflanzung sollte in fortgeschrittener Sommersaison liegen, wenn die Mindesttemperaturen 15 °C überschreiten. Um eine gute Produktion zu erhalten, wird empfohlen, Anfang Mai zu pflanzen, damit man von Ende Juli bis August Früchte hat. Beim Düngen sind die starke Absorption von Stickstoff und Kalium und die hohe Kultur-Produktivität zu berücksichtigen. Je nach Absorption der wichtigsten Nährstoffe, die im Verhältnis 1:0,4:1,3 (N, P, K) auftreten, wird das Düngen nötig, das 2-3 kg/m² organischen Kompost, 50 g/m² Kaliumsulfat (nie Chlorid) und 30 g/m² Dreifach-Phosphat umfassen soll. Während der Kultivierung kann man - allerdings erst nach dem Fruchtansatz, wenn die kleinen Früchte Walnussgröße erreicht haben - in zwei oder drei Dosierungen Stickstoff in Form von Kaliumnitrat oder Guano, wer ein natürliches Produkt verwenden will, verabreichen. Die Gabe von Stickstoff in organischer oder mineralischer Form muss mit großer Sorgfalt durchgeführt werden, da die Pflanze bei zu viel Stickstoff tendenziell mehr Blätter als Früchte produzieren wird.

SCHÄDLINGE

Wie andere Kürbisgewächse fürchtet auch die Wassermelone den wiederholten Anbau über Jahre hinweg auf demselben Gelände oder auf Parzellen, wo bereits in der Vergangenheit andere Kürbisgewächse angebaut wurden. Das hat seinen Grund darin, dass diese Böden sich während der Kultivierung mit krankheitserregenden Pilzen wie Fusarium und Verticillium anreichern, die über die Wurzelhälse oder den Wurzelapparat leicht in die Pflanze eindringen und sie so angreifen können. Der einzig sichere Weg, dieses Problem zu lösen, ist der, auf Pflanzen zurückzugreifen, die auf speziellen Kürbissorten veredelt wurden. Das Blattwerk kann durch Echten Mehltau oder Falschen Mehltau (Pseudoperonospora) angegriffen werden. Um diese Angriffe einzudämmen, empfiehlt sich die vorbeugende Behandlung mit Produkten auf Kupferbasis und Schwefelverbindungen, die alle 2-3 Wochen wiederholt werden sollte. Was Insekten anbelangt, so sind Blattläuse besonders schädlich, denen aber mit natürlichen Pyrethroid-Sprays leicht Einhalt geboten werden kann; es ist jedoch darauf zu achten, dass diese Behandlung nicht während der Blüte stattfindet. Oder aber man setzt räuberische Insekten wie Chrysoperla carnea, Aphidoletes aphidimyza, Aphidius colemani und Harmonia axyridis ein. Ein letzter Hinweis sollte im Hinblick auf Angriffe der Roten Spinne gegeben werden, die sich in Form von einer hauchdünnen Spinnwebe auf der Pflanzenspitze und unter den Blättern bemerkbar machen. Diese können mit der Raubmilbe Phytoseiulus persimilis bekämpft werden.

ERNTE

Die Reifung erfolgt etwa 120 Tage nach der Keimung und kann dadurch festgestellt werden, dass die auf dem Knoten neben dem Stiel platzierte Ranke trocken ist. Andere Symptome der erfolgten Reifung betreffen den Farbwechsel der Schale der gestreiften Wassermelonen von grünlich zu gelblich. Oder aber man kann den Klang der Frucht zu Rate ziehen, der von tief und stumpf bei der unreifen Frucht übergeht zu einem kristallinen Ton bei der reifen.