CHILI-SCHOTEN

BESCHREIBUNG

Paprikas sind im Jahr 1493 mit der zweiten Reise von Christoph Kolumbus nach Europa gekommen, der sie angeblich auf einer Insel der Karibik gefunden hatte. In den heimischen Gebieten ist die Paprika ein mehrjähriger Strauch, wird aber im mediterranen Klima als einjährige Pflanze angebaut. Die Paprika gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) wie Tomaten, Kartoffeln und Auberginen. Viele sowohl milde als auch scharfe Arten gehören der Gattung Capsicum an. Die Schärfe ist die besondere Eigenschaft von Paprika und rührt von einer in der Frucht präsenten alkaloiden Substanz namens Capsaicin und von vier natürlichen, korrelaten Substanzen her. Capsaicin hat die Wirkung von Schärfe, weil es Thermo-Rezeptoren im Mund und in anderen Teilen unseres Körpers (Magen-Darm-Trakt, Schleimhäute, etc.) stimuliert. Capsaicin wird im oberen Teil der Beeren produziert und verbreitet sich im Gewebe; die höchsten Konzentrationen hat man nicht in den Samen, sondern in der Plazenta, also dem weißen, inneren Teil, an dem die Samen hängen. Chili-Schoten unterscheiden sich durch die unterschiedliche Präsenz von Capsaicin, das empirisch gemäß der Scoville-Skala gemessen wird, die von 0 bis 10 Grad reicht und quantitativ in Scoville-Einheiten (SU), bezogen auf das Vorhandensein von Capsaicin und Hydrocapsaicin, differenziert ist. Auf diese Weise wurde festgelegt, dass die milde Paprika Null Scoville-Einheiten hat, während die Habanero, eine der schärfsten Paprikasorten der Welt, 600.000 Einheiten hat. Den Rekord hält allerdings die Bhut Jolokia, eine indische Chili-Sorte, die 1.000.000 hat! Bei mehr als 250.000 SU geht das Brennen in ein Schmerzgefühl über. Um die Schmerzempfindung zu lindern, eignen sich als Gegenmittel Milch oder Joghurt oder auch Weichkäse, da das Kasein in der Milch und in Milchprodukten das Capsaicin agglutinieren und es so aus den Thermo-Rezeptoren entfernen kann.

KULTIVIERUNG

Chili-Pflanzen können als einjährige Pflanzen im Garten oder in Töpfen gezogen werden. Chili-Schoten wollen einen Standort in direkter Sonne mit fruchtbaren und gut drainierten Böden; der Wurzelapparat verträgt nämlich absolut keine übermäßige Feuchtigkeit. Beim Anbau in Töpfen tut man gut daran, nicht nur ausreichend große Behälter zu verwenden, sondern auch für eine ausgezeichnete Entwässerung am Topfboden bestehend aus Blähton zu sorgen, auf dem die zu 70% aus organischem und zu 30% aus inertem Material bestehende Erde verteilt wird. Es muss häufig gegossen werden und Anzeichen, dass die Pflanze zu welken beginnt, sind zu vermeiden. Mit dem Gießwasser können alle 14 Tage ternäre lösliche Düngemittel verabreicht werden. In Anbetracht der Verwendung von Chili in der Küche sollten Pestizide jedweder Art vermieden werden.