LAVENDEL

LAVENDEL
BESCHREIBUNG

Die Gattung Lavandula gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae/Labiatae) und umfasst 25 wild wachsende Arten der Mittelmeer-Region. Diese Pflanzen wachsen dort in der Tat wild und man trifft sie unschwer in den trockenen und felsigen Landschaften der italienischen Halbinsel an. Lavendel-Pflanzen sind mehrjährig und sehr robust und passen sich sehr unterschiedlichen Umgebungen an. Je nach Art gedeihen sie in warmen Gebieten in der Nähe des Meers oder in den kalten und unwegigen Zonen in bis zu 1400 m Höhe. Das gemeinsame Merkmal aller Arten ist der besondere, intensive Duft und seit Urzeiten hat der Mensch dem Lavendel antiseptische, schmerzlindernde, wundertätige und esoterische Kräfte zugeschrieben. In der Römerzeit wurde Lavendel in erster Linie als Reinigungs- und Desinfektionsmittel verwendet, während die Verwendung als Duftessenz um 1700 einsetzte. Der Name Lavendel leitet sich vom lateinischen Verb "lavare" (waschen) her, was auch seine Verwendung als Antiseptikum und Reinigungsmittel erklärt. Der Duft des Lavendel entsteht durch ein ätherisches Öl, das in allen Teilen der Pflanze und insbesondere in den Blüten vorhanden ist. Da der Duft langanhaltend ist, trocknet man üblicherweise die Blüten und verwendet sie in Stoffsäckchen als Wäscheduft. Die bekannteste Art ist Lavandula Spica, auch officinalis oder vera genannt, blüht im Sommer und produziert bis zu einem Meter hohe Sträucher. Der Schopf-Lavendel (Lavandula Stoechas) blüht vom Frühjahr bis zum Sommer und bringt kompakte Blütenähren hervor, die an der Spitze lila Hochblätter aufweisen. Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) hat eher schmale, dunkelgrüne Blätter und blüht im Sommer; dabei entstehen nicht nur lila, sondern auch rote oder weiße Blüten. Der Französische Lavendel (Lavandula dentata) kommt in Gebieten in Meeresnähe vor, hat am Rand gezahnte Blätter, die an der Unterseite stark behaart sind. Neben diesen Arten, die derzeit auf dem Markt sind, gibt es zahlreiche Hybriden, die Zwischen-Eigenschaften haben und in Gärten als Eingrenzungen oder Sträucher verwendet oder in Töpfen gezogen werden.

KULTIVIERUNG

Der Lavendel-Anbau erfordert einen Standort in direkter Sonne und gut durchlässigen Boden. Obwohl die Pflanze keine fruchtbaren Substrate nötig hat, verträgt sie kein stehendes Wasser; d.h. man tut gut daran, wenn man sie im Garten pflanzt, sie erhöht zu positionieren und, zieht man den Lavendel in Töpfen, sollte die Blumenerde mindestens zu 50% Blähton oder Sand enthalten, damit überschüssiges Wasser schnell ablaufen kann. Gedüngt werden kann mit löslichen Düngemitteln, die einmal im Monat mit dem Gießwasser verabreicht werden. Und gerade was das Gießen angeht, ist zu sagen, dass man keinesfalls übertrieben gießen und zwischen dem einen und dem nächsten Mal den Boden gut trocknen lassen sollte. Lavendel ist zwar gegenüber Krankheiten und Parasiten am Luftapparat sehr widerstandsfähig, dafür aber sehr empfindlich gegenüber Krankheiten des Wurzelapparats und überschüssige Feuchtigkeit. Aus diesem Grund tut man gut daran, auf die Bodenverhältnisse zu achten. Während der Kultivierung empfiehlt es sich, am Ende der Blütezeit oder vor dem Beginn des Nachwachsens im Frühling, die Pflanze zurückzuschneiden, indem man die vertrockneten Stiele und einen Teil der Vegetation entfernt. Die zum Trocknen bestimmten Blüten müssen zum Zeitpunkt der maximalen Blüte geerntet werden. Um den Duft möglichst lange zu bewahren, werden die Stängel zu Sträußchen gebunden und mit dem Kopf nach unten aufgehängt an einem schattigen Platz getrocknet.